Star Wars Episode 8 - Die letzten Jedi

Quelle: www.kino.de
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(ohne Spoiler, trotzdem lesen auf eigene Gefahr )

Wieviel kann ich schreiben, ohne zu viel zu verraten? Ich gehöre zu der Generation, die die ersten drei Filme (also Episode IV-VI) Ende der 80er zuerst auf Sat 1 gesehen hat, sofort infiziert war und den Videorecorder laufen ließ, an der Play-Taste kauernd, um akribisch die endlose Werbung rauszuschneiden und dann jeden Schnipsel über den Film aus Bravo, Hörzu u. a. ausschnitt, um ihn auf die Papphülle der VHS-Kassetten zu kleben. Teenie-Fan-Dasein im vorigen Jahrhundert. Die zweiten drei Filme (also Episode I-III) habe ich dann nur auf DVD gesehen, weil ich mir für die Kinofassung zu erwachsen vorkam, und so sind diese hier (Episode VII, VIII sowie Rogue I) die ersten, die ich im Kino sehe. Das alleine ist für mich schon ein Erlebnis. Dabei gehöre ich nicht zu den Die-Hard-Fans, die ich immer daran zu erkennen meine, dass „Das Imperium schlägt zurück“ ihr Lieblingsfilm ist, was ich bis heute nicht nur auf Grund des offenen Endes nicht nachvollziehen kann. Auch ist mir die Saga relativ egal. Ich will einfach lustige, skurril aussehende Wesen, ein wenig fernöstlich anmutende Mystik, eine Geschichte mit ein wenig Pathos und jede Menge Weltraumgeballer. Das macht mich an Star Wars rundum zufrieden.

Wie ist also der neue? Im rappelsvollen Kino hatte ich über zwei Stunden großen Spaß. Der Film hat alles, was ich mir von Star Wars erhoffe. Aber ich glaube, auch die oben angesprochenen Die-Hard-Fans könnten gut auf ihre Kosten kommen. Denn ich habe den, für mich bislang unbekannten Regisseur und Drehbuchautor Rian Johnson im Verdacht, selbst ein großer Fan der ersten Stunde zu sein. Es wimmelt in diesem Film von Anspielungen auf die Episoden V und VI und doch geht er in Teilen auch über sie hinaus, denn gegen die Grausamkeit der „Ersten Ordnung“, mit der es die Rebellen nun zu tun haben, wirkt das „Imperium“ von früher wie eine romantisierte Amateurtruppe. Mit anderen Worten: Die Rebellen kriegen es über zwei Stunden lang mordsmäßig auf die Fresse. In dieser Hinsicht erinnert der Film auch an „Rogue I“ und wie es gelingt, dass auf Episode VIII noch die Episode IX folgen kann, lasse ich hier natürlich offen.

Was die im Trailer groß angekündigten Enthüllungen angeht, nun gut, sie sind da, machten für mich aber nicht die Faszination dieses Films aus. Spannend ist er und wenn man so etwas wie ein unterschwelliges Thema ausmachen will, so ist es am ehesten das eines Generationenkonflikts: Die alten Jedi vs. die neuen, Erfahrung vs. Idealismus und die bange Frage, ob eine neue Generation die alte zerstören muss, um an ihr Ziel zu gelangen. Kann man machen, steht aber für mich nicht so im Vordergrund, denn die oben angesprochenen Trademarks plus ein paar Momente humorvoller Ironie sind in ausreichendem Maße vorhanden. Ich glaube, die eine oder andere Szene könnte unter den irdischen Jedi-Rittern von heute zu Diskussionen führen, aber vergessen wir nicht, dass diese Filme eigentlich Kinder der 80er sind, in denen das A-Team auch immer dreißig Minuten gewartet hat, bis Mr. T seine Gegner zur Lösung des Konfliktes über eine drei Meter hohe Mauer schmeißen durfte, was er eigentlich auch gleich am Anfang hätte tun können. Betrachten wir also eventuelle winzige Schwächen in der Handlung mit dem Satz, den uns die Jedi bis zu Episode IX mit auf den Weg geben:

“Man bekämpft nicht das Böse, indem man zerstört, was man hasst, sondern indem man rettet, was man liebt.”

 

Alles klar, machen wir!