Das Leben, Zu Kurz

 

Gedichte von Romy Granrath

 

Sprühend vor Begeisterung für Literatur wollte Romy dennoch bei ihrem ersten Besuch meines Schreibseminars niemandem ihre Gedichte zu lesen geben. Doch ihre Leidenschaft überwog und so las sie noch im selben Seminar zwei ihrer Gedichte vor dem gesamten Plenum. Danach begann sie, ihren ersten Roman zu schreiben, besuchte weitere meiner Seminare und half mir bei der Organisation der letzten Schreiben-als-Beruf-Veranstaltung. Ob beim gemeinsamen Essen mit den Gästen, beim Arrangement der Bücher und Goodies im Seminarraum oder mit ihren Fotos aus dem Seminar, die letztlich auch auf dieser Webseite landeten - Romy ist eine Bereicherung für das Seminar und für die Literaturwelt. Auf der Messe Pott Phantastika 2025 in Gelsenkirchen saß sie bei meiner Ankunft bereits hinter dem Stand von Edition Roter Drache und verkaufte fleißig Bücher. Und sie wird weitermachen: Die Tickets für ihren ersten Besuch auf der Leipziger Buchmesse sind schon gebucht. So bin ich froh und stolz, dass sie mit diesen zwei Gedichten auch textlich den ersten Schritt in die Öffentlichkeit tut. Das Foto ist selbstredend auch von ihr.

Das Leben

Im Kreis immer

weiter;

 

nicht Erster, noch

Zweiter;

 

kein Ende in

Sicht;

 

glaub es,

oder nicht –

 

Das Leben!

Zu kurz

Meine Augen werden

schwer;

die Gedanken leer –

schweben davon,

 

langsam

 

die Sicht verschwimmt,

die Wahrnehmung

nimmt

ab.

 

Wärme durchflutet

mich,

meine Glieder,

hüllt mich

ein;

allein

 

die Melodie dringt

durch,

zu mir –

ruft mich zu

dir.

 

Ich folge

dem Ruf,

der Sehnsucht

nach Freiheit;

für kurze Zeit

 

befreit.

Vielen Dank, Romy, für Dein Vertrauen, dass Du mir diese wunderschönen Zeilen gegeben hast. Es ist großartig mitzuerleben, wie Du, das Schreiben und alles, was damit in Zusammenhang steht, immer mehr zu einer Einheit werden. Ich bin sehr gespannt, was da noch kommt!

 

(gepostet: 8. März 2026)