Veranstaltungen - Woher nehmen?

copyright: Jasmin Jülicher
copyright: Jasmin Jülicher

Ein Gastbeitrag von Jasmin Jülicher

 

Jasmin Jülicher ist Autorin und schreibt, seitdem sie die Idee zum ersten eigenen Roman während ihres Masterstudiums der »Biological Sciences« in einem aus Neugier besuchten Krimi-Seminar gepackt hat. Seitdem veröffentlichte sie unter anderem die Steampunk-Krimi Reihe „Der Hüter“ und die Jugend-Fantasy-Reihe „Ferias“.

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Von Nix kommt Nix, hat auch schon meine Oma gesagt.

 

Und das, was für sie stimmte, stimmt meiner Meinung nach auch für Autoren und Veranstaltungen.

 

Veranstaltungen waren für mich immer weit weg. Ganz am Anfang, als ich damit begann, meinen ersten Roman „Der Hüter – Stadt der Tiefe“ zu schreiben, waren sie irgendetwas, was ich irgendwann vielleicht einmal machen wollte, wenn das Buch fertig geschrieben war, veröffentlicht war, wenn ich ein zweites Buch veröffentlicht hätte …  Im Prinzip wollte ich mich nicht damit beschäftigten, denn Veranstaltungen bedeuten Aufwand und zudem bedeuten sie für Autoren sehr oft Lesungen, etwas, bei dem man ganz allein im Mittelpunkt steht. Vielen behagt dieser Gedanke nicht, so wie er auch mir am Anfang nicht behagte, denn ich war nie unbedingt jemand, der sich gern in den Mittelpunkt gestellt hat.

 

Irgendwann dämmerte mir dann aber, dass solche Events auch potenzielle Leser bedeuten und eine Möglichkeit sind, sich und seine Werke zu präsentieren und auf sich aufmerksam zu machen.

 

Also beschloss ich, dass ich solche Dinge wie Lesungen oder Messen machen würde. Und mehr als dieser Beschluss ist dann erstmal nicht passiert, denn im Prinzip saß ich zuhause in meinem Kämmerlein und habe darauf gewartet, dass mich irgendjemand für eine Veranstaltung haben wollen würde - was natürlich nicht geschehen ist. Wie denn auch? Im Prinzip kannte mich nach einem einzigen Roman ja kaum jemand.

 

Aber das wollte ich ändern.

 

Als erstes schloss ich mich den Bunten Hunden an, einer Gruppe von Selfpublishing-Autoren, die gemeinsam Marketing betreiben, indem sie beispielsweise gemeinsam Stände auf Messen mieten. Irgendwann ging es darum, wer gerne in einer Buchhandlung eine Lesung halten wollen würde. Und da ich ja immer noch meinen Beschluss bezüglich Veranstaltungen hatte, habe ich gleich mal laut „Hier!“ gerufen und konnte meine erste einstündige Lesung in der Düsseldorfer Buchhandlung "Der Bücher Ober" halten. Und diese Lesung hat mir viel gebracht, vor allem Spaß.

 

Und obwohl die Bunten Hunde ein Anfang waren, reichte mir das nicht. Von meinen neuesten Erfahrungen angetrieben, habe ich mir angesehen, zu welchen Orten mein Buch passen würde und wo ich eine Lesung halten könnte und wollte. Und dann habe ich dorthin geschrieben, einfach mal nachgefragt, ob sie dort Interesse an einer Lesung hätten.

 

Und ganz ehrlich? Am Anfang befürchtete ich Gottweißwas als Reaktion auf meine Mails. Doch mehr als ein „Nein“ oder gar keine Antwort kann eigentlich nicht passieren. Solange man sich als Autor und sein Projekt professionell vorstellt und sich höflich verhält, hinterlässt man beim Ansprechpartner wohl kaum einen negativen Eindruck, auch wenn die angebotene Lesung vielleicht für den gewünschten Veranstaltungsort nicht interessant ist.

 

Diese Überwindung, einfach jemanden anzuschreiben, sich vorzustellen und eine Lesung oder Ähnliches vorzuschlagen, lohnt sich, denn gar nicht so selten stößt man auf Interesse und es eröffnen sich neue Möglichkeiten, so wie in meinem Fall zum Beispiel eine Signierstunde in der Mayerschen Buchhandlung im Forum Duisburg. Ich hatte zuvor gesehen, dass in dieser Buchhandlung auch Bücher von kleineren Verlagen und Selfpublishern auslagen und daraufhin einfach mich und mein Buch dort vorgestellt.

 

Genauso habe ich es mit kleineren Buchhandlungen gemacht, die nicht zu einer großen Kette gehören. Ich bin dorthin gegangen, habe mich und meinen Roman vorgestellt und gefragt, ob ich ihn dort auf Kommission auslegen könnte. Wenn sich ein Gespräch mit den Buchhändlern ergab oder sich das Buch im Laufe der Zeit gut verkaufte, habe ich auch einfach mal nachgefragt, ob eine Lesung denn vielleicht auch eine Möglichkeit wäre. Und schief angeschaut hat mich dafür bisher niemand.

 

Veranstaltungen – seien es jetzt Buchmessen oder Lesungen – sind Chancen für Autoren. Allerdings kommen einem diese Chancen nicht einfach zugeflogen, man muss aktiv daran arbeiten, sich vernetzen und sich ganz oft einfach trauen.

 

Vielen Dank, Jasmin, für diesen tollen Einblick, der auf meine Anfrage hin enstanden ist, wie man denn bitte eine Signierstunde in der Mayerschen Buchhandlung bekommt. Die findet übrigens am 11. Mai 2019 von 12 bis 16 Uhr in der Filiale im Forum in der Duisburger City statt.