Venom (Filmstart: 3.10.2018)

Quelle: t3.gstatic.com
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Der neueste Marvel-Film ist der schon lange angekündigte Spin-Off über einen der erbittertsten Gegner von Spiderman: Venom. Das außerirdische Wesen, das zum Leben auf der Erde einen menschlichen Wirt braucht, schlüpft in den Comics in mehrere Personen, die alle irgendwie mit Spiderman im Clinch liegen, sich aber auch ab und zu mit ihm verbünden. Der Kinotrailer ließ auf eine sehr düstere filmische Umsetzung schließen, zumindest im Vergleich zu den letzten beiden Ant-Man and the Wasp und Deadpool 2 und irgendwie erschien er mir auch recht nichtssagend. Aber als an diesem Wochenende der Film herauskam, wollte ich ihn mir dann doch ansehen.

 

In San Francisco lebt der Enthüllungsjournalist Eddie Brock (Tom Hardy) zusammen mit seiner Freundin Anne Weying (Michelle Williams) ein mehr oder weniger glückliches Leben. Zumindest bis er sich zu einem Interview mit Dr. Carlton Drake (Riz Ahmed) in die Labore der Life Foundation begibt und einige sehr unangenehme Fragen stellt. Danach werden er und seine Freundin gefeuert, sie macht Schluss mit ihm und er gerät in eine schwere Lebenskrise. Plötzlich tritt Dr. Dora Skirth (Jenny Slate), eine Mitarbeiterin der Foundation, auf ihn zu und will ihm zeigen, dass die Gerüchte um Experimente an lebenden Menschen in den Laboren stimmen. Bei dem nächtlichen Einbruch passiert ein Unfall und Eddie infiziert sich mit einem Virus, der fortan sein Leben immer stärker kontrolliert.

 

Oft ist es ja ein Trailer, der zunächst auf einen guten Film schließen lässt, von dem man dann später enttäuscht ist, weil der Trailer entweder die Handlung zu sehr vorweg nimmt oder die besten Szenen bereits zeigt, die dann manchmal sogar noch herausgeschnitten werden. Im Fall von Venom ist es ausnahmsweise einmal umgekehrt. Der Trailer sah für mich wirklich nicht spannend aus, der Film allerdings hat mir sehr gut gefallen. Erste Kritiker sprechen von einem schleichenden Beginn, einer nicht sehr originellen Handlung und die Effekte, gerade am Ende, wären für den Zuschauer nur zum Teil wirklich nachvollziehbar. Alle Kritikpunkte kann ich verstehen. Dennoch hat mich „Venom“ echt gut unterhalten. Der Anfang hat in der Tat einige Längen, wenn es auch selten völlig uninteressant ist, aber die Entdeckung und Auseinandersetzung von Eddie mit dem außerirdischen Virus ist dafür extrem kurzweilig. Lange nicht so düster, wie gedacht, hat der Film einige echte Lacher parat. Tom Hardy, den ich noch als eiskalten Schurken „Bane“ in „The Dark Knight Rises“ in Erinnerung habe, spielt der verunsicherten Journalisten mit dem außergewöhnlichen Begleiter sehr charmant, besonders in Kombination mit dem neuen Lover seiner Ex, der auch noch sein behandelnder Arzt wird. Gerade diese Darstellung hat mich über viele, durchaus angebrachte Kritiken an dem Film hinweggetröstet.

 

Eingefleischte Marvel Fans finden möglicherweise an dem Film nicht so viel Gefallen. Er ist nicht wirklich ein Spektakel und die Hintergründe zu der Figur werden nicht der Vorlage gemäß dargestellt. Zum Beispiel ist zu lesen, dass Peter Parker (Spiderman) eigentlich für den Rauswurf von Eddie Brock verantwortlich war. Das ist im Film ganz anders. Dennoch kann ich den Film jedem empfehlen, dem so etwas, ebenso wie das ganz große Effektspektakel, nicht so wichtig ist und der einfach nur einen unterhaltsamen Film sehen will. Das ist Venom auf jeden Fall und für meine Begriffe sogar unterhaltsamer als einige andere Marvels, die die beiden anderen Kriterien besser erfüllen. (gepostet: 7.10.2018)